Hammergut Neidberg · Talstraße 32b · 01824 Rosenthal-Bielatal
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Die erste schriftliche Erwähnung ist eine Verkaufsurkunde von 1470, in der Hans Fischer das väterliche Hammergut an seinen Bruder Hensil verkauft. Genannt wird darin auch Hammermeister Memol – Hensil Fischer ist damit bereits der vierte Besitzer des Schmiedewerks.
1549 beschwerten sich die Müller von Rosenthal, Hermsdorf, Markersbach und Hellendorf beim Pirnaer Landvogt über die Mahlmühlen der Hammergüter; hier wird die Mahlmühle des Neidbergs erstmals erwähnt. Hammermeister Valten Hippisch widersprach dem Gebot, die Mühle nur für den eigenen Haushalt zu nutzen – seine Mühle sei für zwei Mahlgänge angelegt.
1660 kaufte der kurfürstliche Kammerdiener Christoph Bürckner das im Dreißigjährigen Krieg zerstörte Gut und ließ Hammer und Mühlen wieder aufbauen. 1721 hatte die Mahlmühle zwei Mahlgänge, 1797 kam eine Lohstampfe hinzu, 1806 ein Graupengang. Sechs Stampfen, Mahlwerk und Sägegatter wurden von Wasserrädern angetrieben.
Anfang des 19. Jahrhunderts zog das Gut nicht nur Mahlgäste an, sondern auch „Schweizreisende“: Der Wasserfall am Mühlgraben und der Blumengarten mit Felsengrotte, den die Familie Grahl anlegen ließ, wurden als „sogenannter Prinzessinnengarten“ gepriesen. Empfohlen wurde den Reisenden auch eine Besichtigung des „Zeug- und Waffenhammers des Herrn Luger“.
Um 1835 standen hier eine Mahlmühle mit holländischem Graupengang, zwei Sägemühlen, eine Lohstampfe, eine kleine Ziegelei und eine Schmiede. Von der Schmiede ist noch der Türschlussstein mit der Jahreszahl 1816 vorhanden. Ende des 19. Jahrhunderts erwarb Karl Julius Otto die Neidberg-Mühlen und baute die Sägemühlen zu einem modernen Sägewerk mit Turbinenantrieb um.
Am 17. April 1945 wurden die Anlagen vermutlich irrtümlich von amerikanischen Flugzeugen bombardiert – der Angriff sollte wohl dem Rapido-Werk in Rosenthal gelten. 1952/53 wurde der Betrieb volkseigen, ab 1967 als „VEB Karosseriebau Rosenthal“; ein bekanntes Erzeugnis war der Wohnwagen „Bastei“. Im Juli 1991 wurde die Produktion eingestellt.
Das denkmalpflegerisch wertvollste Gebäude war das Wohnhaus des Hammermeisters mit Sitznischenportal und verzierten Fensterlaibungen – es glich eher dem Stadthaus eines reichen Kaufmanns. Trotz Denkmalschutz wurde es 1988 abgerissen; das Sitznischenportal konnte geborgen werden. 2016 haben wir das südliche Wohnstallgebäude von der Gemeinde erworben und 2017/2018 saniert. Für das Portal fanden wir eine Stelle, an der es nun wieder sichtbar ist und Ihnen einen herrschaftlichen Empfang bietet.
Rosenthal wurde 1356 erstmals erwähnt und entstand aus dem Zusammenschluss des Dorfes mit den Eisenhämmern Neidberg und Oberhütten. Bielatal vereinte sich 1933 mit Hermsdorf und den Eisenhämmern Reichstein und Brausenstein, 1948 kam die Siedlung Raum hinzu; 1994 schlossen sich Bielatal und Rosenthal zusammen.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts brachte die Kaltwasserheilanstalt Schweizermühle einen Aufschwung – zu ihren Gästen zählten Angehörige des europäischen Hochadels. Ab 1912 dienten die Gebäude als Erholungsheim der Maggi-Gesellschaft, zu DDR-Zeiten als Heilstätte und Altersheim. Leider sind sie durch fehlende Nutzung immer mehr verfallen.
Das Bielatal ist das Gebiet mit den meisten Kletterzielen im Elbsandsteingebirge: Auf sechs Kilometern Länge bietet es 239 Klettergipfel mit rund 3.000 Aufstiegen in jedem Schwierigkeitsgrad. Für Anfänger günstig sind die scharfkantigen Griffe und Tritte, der feste Labiatussandstein mit auffallender horizontaler Bänderung und die relativ geringe Höhe der Felsen. Bekannte Steine sind die Herkulessäulen, der Schiefe Turm, der Spannagelturm, der Großvaterstuhl, die Grenztürme und die Wiesensteine.
Wandern können Sie hier „grenzenlos“ – bis nach Tschechien. Unbedingt erwandern sollten Sie die Herkulessäulen, die Johanniswacht, den Nachbar, die Grenzplatte und die Kaiser-Wilhelm-Feste. Für eine Radtour haben Sie in Bielatal immer zwei Möglichkeiten: bergauf oder bergab – wir empfehlen die Bergauf-Variante, damit sich die müden Glieder auf der Rückfahrt ausschließlich auf das Bremsen konzentrieren können.
Es gibt Gasthäuser im Bielatal – fragen Sie sicherheitshalber vorher telefonisch, ob geöffnet ist.
Eine größere Fülle an Gasthäusern, die ständig geöffnet haben, finden Sie in Königstein.
Das vollständige Gästehandbuch gibt es auch als PDF zum Ausdrucken – mit allen Wegbeschreibungen, so dass Sie die Reise auch ohne Internet managen können.